Donnerstag, 14. April 2011

Ex Oriente Lux?


Der 44jährige Metropolit Hilarion Alfejew ist seit 2009 Vorsitzender des Außenamtes des Moskauer Patriarchats. Zuvor war er unter anderem auch russ.-orth. Bischof in Österreich. Kürzlich hat er anläßlich einer Rede in Würzburg der Katholischen Kirche eine engere Kooperation zur Verteidigung der traditionellen christlichen Vorstellungen angeboten.

Trotz theologischer und anderer Probleme - Metropolit Hilarion sprach dabei die Wiedererstehung der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine an - sind die beiden Kirchen mit gleichen Herausforderungen konfrontiert. Dabei gehe es um Gegenwart und Zukunft der menschlichen Gemeinschaft. Hilarion sprach wörtlich von einer "strategischen Allianz" mit den Katholiken. Die traditionellen christlichen Vorstellungen von Familie, Unauflöslichkeit der Ehe, Kindererziehung, Wert des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum Tod sollen im gesellschaftlichen Bewusstsein gefestigt werden.

Derzeit werden diese Begriffe in der säkularisierten Welt radikal umgedeutet. Nur die orthodoxe und die katholische Kirche schützen das traditionelle Familienleben. Beide Kirchen könnten auch bei der Verteidigung der Christen gegen Diskriminierung zusammenarbeiten. Hilarion spricht besonders die westlichen Länder mit einst christlichen Traditionen an, die versuchen Ausdrücke des christlichen Glaubens im gesellschaftlichen Leben zu beschränken. Einen ersten Erfolg einer solchen Zusammenarbeit sieht Hilarion bei den gemeinsamen Protesten gegen die Kruzifix-Entscheidung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

"Orthodoxe und Katholiken sollten heute einander nicht als Rivalen betrachten, sondern als Verbündete zum Schutz der Werte der Christen" rief Hilarion zur Zusammenarbeit auf.

Möge Gott diesen Wunsch erfüllen. Die Katholische Kirche, insbesondere in Deutschland, kann durch so eine Zusammenarbeit nur gewinnen.





1 Kommentare:

  1. Obwohl eine Zusammenarbeit für die christlichen Werte außer Frage steht, würde ich lieber vorsichtig der Russisch-Orthodoxen Kirche (Moskauer Patriarchat) entgegenkommen. Zwar sind zwei Jahrzehnte seit der Wende vergangen, jedoch diese Kirche wurde während der gesamten Sowjetzeit dermaßen von der staatlichen Aguentur infiltriert, daß es noch Jahre dauert, bis sie sich davon völlig entefesselt.

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